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Ich glaube, es sind nicht mehr allzu viele Menschen, denen Mariae Lichtmess noch gegenwärtig ist. Das ist schade, weil dieser Tag lange Zeit von großer Bedeutung war.

Natürlich – jede:r hat diesen Begriff schon einmal gehört, aber: wer denkt bewusst daran, dass der heutige Tag einmal der letzte Festtag im Weihnachtskreis war?

Wessen Christbaum durfte tatsächlich bis heute die Stube schmücken (und vollnadeln)?

Wer hatte (mit Ausnahme im Salzkammergut) bis heute die Weihnachtskrippe aufgebaut und ausgestellt?

Eben.

Aber woher kommt eigentlich der Begriff „Lichtmess“ und was hat das mit Weihnachten zu tun?

Die Verbindung zur Geburt Christi ergibt sich aus den Vorschriften des Alten Testaments:

  • Eine Frau galt 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein. Nach Ablauf dieser Frist muss sie dem Priester ein Reinigungsopfer bringen (zumeist zwei Tauben).
  • Der erstgeborene Sohn gilt als Eigentum Gottes. Er muss vor Gott (also in den Tempel) gebracht werden. Man spricht von der Darbringung im Tempel oder – hochoffiziell – seit der Kirchenreform 1969 – von der Darstellung des Herrn.

Weil Jesus auch als das „Licht der Welt“ gilt, fanden ab dem 10. Jhdt. an diesem Tag auch Lichterprozessionen und Kerzenweihen in den Kirchen statt: so wurde aus einer gewöhnlichen Messe eine „Lichtmess“.

Besonders wichtig war dieser Tag für die Dienstboten auf den Bauernhöfen: am 2. Februar bekamen Sie einen Teil ihres Lohnes, ein paar Tage Urlaub und eine „Vertragsverlängerung“ per Handschlag – oder sie durften bzw. mussten sich eine neue Stelle suchen. Diese Tradition lasse ich heute wieder aufleben: ich trete eine neue Stelle an!

Ich beginne mit dem heutigen Tag ein „virtuelles Dienstjahr“ bei Ihnen. Meine Idee ist, jede Woche einen Blogartikel zu veröffentlichen.

Themen gibt es ausreichend:

  • warum es sich auszahlt, mit einem gute aus- und umfassend gebildeten Guide zu reisen,
  • was Sie in „meinem“ Österreich erwartet,
  • ein bisschen etwas über Kunst im Allgemeinen, Kunststile, besondere Kunstwerke,
  • dann und wann mache ich Ihnen den Mund wässrig mit regionalen Spezialitäten,
  • ich gebe Ihnen aber auch gerne praktische Tipps für’s Packen, Reisen, Warmbleiben und Kühlhalten,
  • natürlich bekommen Sie auch Hilfestellung, was das Organisatorische angeht,
  • aber ich werde mir auch kritische Gedanken zum Thema Tourismus nicht verkneifen – weil nirgendwo alle Tage Sonntag ist.

So, nun wissen Sie, was auf Sie zukommt, wenn ich meinen virtuellen Dienst antrete. Ich freue mich, wenn wir uns – zuerst durch Ihre Kommentare und später dann hoffentlich bei einer gemeinsamen Reise – kennenlernen.

Bild & Header (Detail): Meister der Darbringungen, Darbringung Christi im Tempel, um 1420/1425, Malerei auf Tannenholz, 83 × 60,7 × 0,7 cm,
© Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll

4 Comments

  • Birgit-A. Ohström sagt:

    Welch eine wunderbare Idee. Ich freue mich auf die Blockbeiträge und bin extrem gespannt.
    Viel Freude dir beim Erstellen und alles anderen (mich eingeschlossen) beim Lesen, liebe Sonja
    Herzliche Grüße
    Birgit

    • Sonja Thauerböck sagt:

      Danke, meine Liebe! Ich hoffe, es geht mir nicht der Atem aus, denn ein Jahr ist eine lange Zeit. Fakt ist aber – und da hast du völlig recht – es macht Spaß, sich in ein Thema reinzuhängen. Heute habe ich gerade den Blogbeitrag über die Faschingskrapfen fertig gestellt. Freu‘ dich auf den 1. März, da wird er veröffentlicht.
      Liebe Grüße nach Berlin
      Sonja

  • Andrea Mühlhäuser sagt:

    Gratulation zu Ihrem Blog, liebe Frau Mag. Thauerböck!

    LG
    Andrea Mühlhäuser

    • Sonja Thauerböck sagt:

      Vielen Dank für die Vorschusslorbeeren, Frau Mühlhäuser! Wenn Sie ein Thema haben, das von Interesse ist, lassen Sie’s mich bitte wissen. Ich habe zwar einen Contentplan bis Ende des Jahres aufgestellt, aber der ist nicht in Stein gemeißelt.
      Liebe Grüße
      Sonja T.

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